wirtschaftskriminalität
Firmen schmieren
Über 100 Verdachtsfälle auf Korruption in Regierung und Behörden
In der Bundesregierung und nachgeordneten Bundesbehörden ist es in den vergangenen fünf Jahren zu über 100 Verdachtsfällen auf Korruption gekommen. Dies geht aus einer der Zeitung "Die Welt" vorliegenden Aufstellung des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor. Neben den bereits bekannten 41 Fällen im Verkehrsministerium verzeichnen das Innen-, Finanz- und Verteidigungsministerium die meisten Korruptionsfälle.
Zentralregister korrupter Firmen gefordert
Korruption in Deutschland weit verbreitet und unentdeckt
In vielen Etagen von Unternehmen und Verwaltungen "läuft alles wie geschmiert". Preisabsprachen und Betrügereien bei öffentlichen Ausschreibungen seien alltäglich geworden. Ganoven in Schlips und Kragen gehen in Firmen und Beamtenstuben Deutschlands offenbar ein und aus, so die Einschätzung in Sachen Korruption ermittelnder Staatsanwaltschaften. Nur fünf bis zehn Prozent der Fälle werden entdeckt, schätzt das Bundeskriminalamt. Von diesen "Hand-in-Hand"-Geschäften besonders betroffen sind der Bausektor sowie der Vertrieb von Pharmazeutika und medizinischen Hilfsmitteln, wie die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) am Mittwoch in Berlin bilanzierte.
Wirtschaftskriminalität
Anzahl der Wirtschaftsverbrechen steigt
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt eine steigende Wirtschaftskriminalität in Deutschland. So sei die Anzahl der Wirtschaftsstraftaten allein im vergangenen Jahr um rund 23 Prozent auf 111.000 Fälle gestiegen, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg. Dabei handle es sich um Anlage- und Kreditkartenbetrügereien, Untreue oder Insolvenzstraftaten. Die Schadenssumme betrug nach Polizeiangaben 6,6 Milliarden Euro. Anlass ist die am Dienstag beginnenden Fachtagung des Bundeskriminalamtes (BKA) zu Wirtschaftskriminalität und Korruption in Wiesbaden. Damit machten 1,7 Prozent aller erfassten Straftaten in Deutschland 60 Prozent des gesamten Schadens aus.
Wirtschaftskriminalität
Studie: Milliardenverluste verursacht
Fast Dreiviertel aller größeren deutschen Unternehmen sind nach eigenen Angabe in den letzten zwei Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen gewesen. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhauseCoopers, die am Mittwoch in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Demnach beklagen 73,2 Prozent aller befragten europäischen Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern, Opfer von Wirtschaftskriminalität gewesen zu sein. Der dabei entstandene Schaden belaufe sich auf rund 3,6 Milliarden Euro.
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