Betroffenenverbände erleichtert über Entschädigungszusage

Zwangsarbeiterentschädigung

Die Entscheidung der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft zur Rechtssicherheit für die Entschädigungszahlungen ist von den Betroffenenverbänden mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Israel Singer, sagte am Mittwoch, "es wäre ein Unglück gewesen, wenn es noch zwei Jahre länger gedauert hätte". Jedes Jahr stürben 15 Prozent der NS-Zwangsarbeiter, ohne eine Entschädigung erhalten zu haben. Jetzt müsse schnell das Geld ausgezahlt werden, betonte Singer im Inforadio Berlin-Brandenburg.

SPD-Fraktionschef Peter Struck unterstrich, wenn der Bundestag am nächsten Mittwoch die Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen feststelle, gehe ein langer und schwieriger Prozess zu Ende. Er erwarte, dass die Entschädigungsstiftung anschließend unverzüglich mit der Überweisung der Gelder an die Partnerorganisationen beginne. Ende Juni könnten dann die ersten Zwangsarbeiter das Geld bekommen.

Der Münchner Opferanwalt Michael Witti betonte im ARD-"Morgenmagazin", die angefallenen Zinsen stünden in jedem Fall den Zwangsarbeitern zu. Mögliche Differenzen über diese Frage dürften den Auszahlungsbeginn aber nicht verzögern, betonte Witti. Diese Postion teilte der Sprecher des Bundesverbands Information und Beratung für NS-Verfolgte, Lothar Evers, in der ARD. Er verlangte zugleich, die für Ende August festgesetzte Frist für Entschädigungsanträge zu verlängern.