Sterbehilfe und Forschung an Stammzellen abgelehnt

Ärztetag in Ludwigshafen

Der Deutsche Ärztetag erteilt der Forschung mit embryonalen Stammzellen eine klare Absage. Bei ihrem viertägigen Kongress in Ludwigshafen wandten sich am Mittwoch die 250 Delegierten der insgesamt knapp 370.000 Mediziner in Deutschland gegen eine Öffnung des Embryonenschutzgesetzes. Auch der Import embryonaler Stammzellen aus dem Ausland sei "ethisch nicht akzeptabel", heißt es in einer mit großer Mehrheit verabschiedeten Entschließung.

Ebenfalls auf heftigen Widerstand stieß bei der Ärzteschaft das niederländische Modell der aktiven Sterbehilfe. "Tötung auf Verlangen ist keine ärztliche Handlung - sie läuft dem ärztlichen Handlungsauftrag, Kranke zu heilen, Leiden zu lindern, Krankheiten zu verhüten und Sterben zu begleiten, entgegen", betonte der Ärztetag.

Er forderte darüber hinaus den Gesetzgeber auf, die Rechtslage für die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) zu klären. Eines klaren Votums für oder gegen PID enthielt sich die Ärzteschaft. Sie vertrat die Auffassung, dass die Frage der Zulässigkeit der PID einer "gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung" bedürfe. Bei der PID werden bei einer künstlichen Befruchtung erzeugte Embryonen schon vor ihrer Übertragung in den weiblichen Körper auf Erbkrankheiten oder genetische Veranlagungen untersucht.

Thematisiert werden soll darüberhinaus die Situation von jungen Krankenhausärzten. Innerhalb der Ärzteschaft stößt es auf massive Kritik, dass die Jungmediziner bis zu 30 Stunden durchgehend arbeiten müssen.