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Bundesregierung hält Kraftwerk Temelin für ein Sicherheitsrisiko

Atomenergie

Die Bundesregierung hält das tschechische Atomkraftwerk Temelin vom russischen Typ WWER-1000 nach wie vor für ein Sicherheitsrisiko. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) erneuerte am Freitag in Berlin seine Forderung, das umstrittene AKW umgehend zu stoppen. Die während des Probebetriebs zutage getretenen "ungewöhnlich zahlreichen und gravierenden Probleme" bestätigten die Zweifel an der Sicherheit des Atomkraftwerks. Mit EU-Mitteln und somit auch mit deutschen Geldern werden in der Ukraine an den Standorten Khmelnitzky und Rowno zwei Atomkraftwerksblöcke (K2R4)vom selben Typ wie in Temelin fertiggebaut. Bei der Entscheidung vor wenigen Monaten enthielt sich die deutsche Bundesregierung der Stimme. Acht Staaten hatten gegen den Atomkraftwerksbau votiert. Nach Angaben von Umweltverbänden soll K2R4 unter Beteiligung von Siemens und Framatome sogar weitaus weniger aufwendig modernisiert werden als es in Temelin der Fall war.

Die von der tschechischen Regierung formulierten Bedingungen für die Inbetriebnahme von Temelin - keine zusätzlichen Kosten und keine weiteren Verzögerungen - seien offenbar schon lange nicht mehr erfüllt. In einem Brief an den tschechischen Außenminister und Vize-Premier Jan Kavan forderte Trittin angesichts der "Pannenserie" in Temelin eine "erneute grundsätzliche Prüfung" der Entscheidung zum Weiterbau.

Trittin äußerte außerdem sein Befremden über die Darstellung der tschechischen Regierung, wonach die von ihr eingesetzte internationale Temelin-Kommission unter Mitwirkung deutscher Experten die Unbedenklichkeit des Atomreaktors festgestellt habe. Er sehe sich nunmehr veranlasst, die deutsche Mitarbeit in dieser Kommission einzustellen, schrieb Trittin.

Zur Kommission haben laut Trittin auch Fachleute des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) als Beobachter teilgenommen. Trittin betonte, ein abschließendes Ergebnis der Expertenkommission liege noch nicht vor. "Für Ergebnisse, die noch nicht vorliegen und die wir nicht teilen, möchten wir nicht in Anspruch genommen werden", stellte der Minister klar. Sein Ministerium habe wiederholt darauf hingewiesen, dass durch den Beobachterstatus der deutschen Experten nicht der Eindruck einer deutschen Mitverantwortung für die Ergebnisse der Kommission entstehen dürfe.

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