Leichtes Spiel für Atom-Schmuggler und Terroristen

Experten-Konferenz

Der Schmuggel von radioaktivem Material ist weit verbreitet. Das ist das Ergebnis einer Konferenz der Internationalen Atomenergie-Agentur in Stockholm. Grenzkontrollen seien fast nicht existent, Überwachungssysteme funktionierten nicht, und der Schmuggel von radioaktivem Material sei gang und gäbe. Die Experten warnten, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich Terroristen diese Tatsache zunutze machen.

Friedrich Steinhäusler von der Universität Salzburg meinte, dass es ausreiche, wenn Terroristen geringe Mengen radioaktiven Materials in die Hände bekämen. "Es ist relativ leicht, radioaktive Isotope aus Forschungslabors zu stehlen. Diese können mit konventionellen Sprengstoffen vermischt werden und riesige Gebiete verseuchen oder einfach durch Entlüftungssysteme von Flughäfen, Bürogebäuden oder Einkaufszentren verbreitet werden", warnte der Physiker und ehemalige Vertreter der internationalen Kommission für Strahlenschutz.

Angeblich besitzen bis zu 100 Staaten radioaktives Material, das nicht ordnungsgemäß geschützt werden kann. Steinhäusler und Kollegen von der Stanford University in Kalifornien untersuchten elf Länder auf ihren Umgang mit radioaktiven Substanzen. Die Studie deckte auf, dass ein Viertel dieser Länder radioaktive Quellen, die in Laboratorien und Spitälern verloren gehen, nicht registriert. Die Hälfte der Länder wusste von der Existenz nicht lizenzierten Materials, und in fast einem Drittel der Länder war atomares Material in den letzten zehn Jahren von konzessionierten Stellen gestohlen worden.