Gewerkschaft fordert mehr Frauenförderung

ver.di

Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di will sich für eine gezielte Frauenförderung stark machen. Es müsse alles getan werden, um mehr Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern zu erreichen, sagte ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske am Dienstag auf einer Konferenz der Gewerkschaft in Leipzig.

Gleichstellung müsse als Querschnittsaufgabe begriffen werden. Dazu gehörten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Aufhebung der geschlechterspezifischen Bezahlung. Bei den europäischen Nachbarn beispielsweise sei es eine Selbstverständlichkeit, dass öffentliche Kinderbetreuungs-Einrichtungen bis 19 Uhr geöffnet haben. In Deutschland werde dagegen die Berufstätigkeit einer Mutter schon fast als Frevel angesehen. Nach Bsirskes Angaben haben in der Bundesrepublik 40 Prozent aller Akademikerinnen zwischen 35 und 39 Jahren keine Kinder.

Frauenförderung bedeute für die eigene Organisation, dass Tarifforderungen daraufhin überprüft werden müssen, wie sie sich auf Frauen und Männer auswirken, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Betriebskindergärten oder die Erhöhung des Mädchenanteils in IT-Ausbildungsberufen könnten das Ergebnis einer solchen Überprüfung sein.

Noch immer seien Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft unterrepräsentiert. Obwohl 42 Prozent aller Erwerbstätigen Frauen sind, liege ihr Anteil im oberen Management bei nur 6 Prozent. Frauen verdienten in den westlichen Bundesländern im Schnitt 23 Prozent, in Ostdeutschland 10 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.