Nächster Gorleben-Castor im Herbst

Ankündigung

Der Weg für einen zweiten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll in das Zwischenlager Gorleben noch in diesem Jahr ist von Behördenseite frei. Wie der niedersächsische Innenminister Heiner Bartling (SPD) am Montag in Hannover mitteilte, sollen die Castoren im Herbst rollen. Der Transport des deutschen Atommülls aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague war von der Atomindustrie beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beantragt worden. Die Kommission für Sicherung und Schutz von kerntechnischen Anlagen (Kosikern) der Länder unter dem Vorsitz Niedersachsens gab in einer Stellungnahme an das BfS dafür den Weg frei.

Bartling wollte keinen Termin für den Atomtransport nennen. Die Polizei sei aber ab Mitte November besonders wegen der bevorstehenden Einführung des Euro-Bargeldes gebunden. Niedersachsen rechne mit der Unterstützung durch Einsatzkräfte anderer Länder und des Bundes. Bei dem Transport würden sechs Castor-Behälter nach Gorleben gebracht.

Schon ab dem kommenden Jahr könnten 12 oder 18 Behälter auf einmal transportiert werden, sagte Bartling. Davon verspricht sich das Land eine Entlastung beim Sicherungsaufwand. Zur Absicherung des letzten Transportes nach Gorleben waren Ende März allein in Niedersachsen rund 18.000 Polizisten gegen etwa 20.000 Demonstranten eingesetzt. Die Kosten für das Land beliefen sich nach Angaben des Innenministeriums auf weit über 40 Millionen Mark. Die Atomkraftgegner hatten damals mit spektakulären Aktionen erstmalig erreicht, dass der Atommüll-Zug zurückfahren musste und erst einen Tag später im Zwischenlager ankam. Sie haben auch für weitere Transporte gewaltfreien Widerstand angekündigt.