Baden-Württemberg stellt Lehrer ein

Schule

Baden-Württemberg möchte die Einstellung von Lehrerinnen und Lehrern vorziehen, um einer Abwanderung von Lehrkräften in andere Bundesländer vorzubeugen. Im Schuljahr 2001/2002 sollen neben 940 neuen Lehrern und 660 "Springern" zusätzlich 300 sogenannte "Bindungslehrer" eingestellt werden, kündigte Kultusministerin Annette Schavan (CDU) am Freitag in Stuttgart an.

Nach Angaben von Schavan werden damit für jetzt vorhandene Bewerber 300 Stellen freigemacht, die ursprünglich erst für das Jahr 2003 eingeplant waren. Die "Bindungslehrer" sollen zunächst für zusätzliche Unterrichtsangebote oder als Krankheitsvertretungen eingesetzt werden. Die Ministerin, die auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) ist, betonte, damit werde ein "Paradigmenwechsel" in der Schulpolitik eingeleitet. Es gehe nicht mehr allein um die Unterrichtsversorgung, sondern auch um die Bindung der Lehrer. Angesichts des Lehrerbedarfs wäre es falsch, "die Leute einfach wegziehen zu lassen".

Schavan zufolge steht Baden-Württemberg bei der Lehrereinstellung mittlerweile bundesweit an der Spitze. Dem Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP zufolge werden in den Jahren 2002 bis 2006 weitere 5.500 Neueinstellungen vorgenommen. Es ist der einzige Beschluss der Koalition, der nicht unter einem Finanzierungsvorbehalt steht.