Urabstimmung bei Lufthansa-Piloten

Nach Schlichterspruch

Die Piloten der Deutschen Lufthansa AG stimmen seit Montagmorgen über das vor gut einer Woche von Fluggesellschaft und Pilotenvereinigung Cockpit ausgehandelte Schlichtungsergebnis ab. Die schriftliche Urabstimmung soll drei Wochen dauern und am 6. Juli um 12.00 Uhr enden, wie Cockpit in Neu-Isenburg bestätigte. Für die Annahme des von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) erarbeiteten Schlichterspruchs muss mindestens die Hälfte der in der VC organisierten Piloten stimmen. Der Lufthansa-Vorstand hat das Vermittlungsergebnis bereits gebilligt.

Cockpit-Verhandlungsführer Michael Tarp hatte bereits bei Bekanntgabe des Schlichtungsergebnisses den Mitgliedern der Pilotenvereinigung die Annahme des Kompromisses empfohlen. Cockpit habe ihre "wesentlichen Ziele durchgesetzt", sagte er. Allerdings werde die Wahlbeteiligung eher niedrig liegen, da "viele schon jetzt denken, es sei sowieso gelaufen".

Die Pilotenvereinigung hatte die Gehaltserhöhungen auf Basis des komplizierten Tarifkompromisses für das laufende Jahr auf knapp 30 Prozent beziffert und zugleich daran erinnert, dass nicht alle

Tarifvertragsbestandteile "durchlaufende Posten" seien. Die Zuwächse der folgenden Jahre fielen deutlich geringer aus.

Lufthansa-Verhandlungsführer Stefan Lauer hatte von einem 14,8-prozentigen Aufschlag in den nächsten 24 Monaten gesprochen. Den Wert der zusätzlich vereinbarten variablen Vergütung in Form von zwei Monatsgehältern bezifferte er auf maximal 16,7 Prozent.