Trittin wird Verstoß gegen Naturschutzgesetz vorgeworfen

Atomtransporte

Die Grüne Liga Brandenburg und Artenschutzexperten werfen Bundesumweltminister Jürgen Trittin vor, bei den jüngsten Castor-Transporten von Rheinsberg nach Lubmin gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie die entsprechenden EU-Richtlinien verstoßen zu haben. Da Trittin am Transporttermin festgehalten hatte, seien die Bruten von Fischadlern und Wanderfalken durch die wochenlange Polizeipräsenz sowie durch dauernde Hubschrauber-Tiefflüge über den Horsten eines Naturschutzgebietes gravierend gestört worden. Grüne-Liga-Bundessprecher Norbert Wilke erklärte, seine Verband erwäge deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen Trittin sowie gegen das brandenburgische Innenministerium.

Trittin hätte den Castor-Transport nach den massiven Protesten von Umweltschützern absagen müssen, meint Wilke. Wanderfalken und Fischadler sind vom Aussterben bedroht und genießen deshalb den höchsten Schutzstatus. Bei Rheinsberg brüten sie in unmittelbarer Nähe des stillgelegten ostdeutschen Atomkraftwerks Rheinsberg.

Der zuständige Horstbetreuer Paul Sömmer, Leiter der staatlichen Naturschutzstation Woblitz, erläutert: "Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet die Störung von besonders geschützten Tieren an ihren Zufluchts-und Vermehrungsstätten – das ist hier vorsätzlich geschehen."

Offenbar berichtete keine Zeitung und kein Nachrichtenmagazin über die Kritik der Umweltschützer. Der zuständige Umweltredakteur einer großen deutschen Tageszeitung soll gesagt haben: "Ich kriege dieses Thema nicht unter – das schaffe ich nicht."