Soziale Bedingungen bringen dicke Luft auf Post-Hauptversammlung

Kritische Aktionäre

Dem Vorstand der Deutschen Post AG droht am Mittwoch Ungemach bei der Hauptversammlung in Köln: Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kündigte heftige Angriffe wegen "vernichteter Arbeitsplätze und verschlechterter Tarifbedingungen für viele Beschäftigte" an. Fast 1.500 Besitzer der "Aktie Gelb" haben dem Verband ihre Stimmen übertragen um seine Anträge zu unterstützen, mit denen Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigert werden soll. Unterstützung erfahren die Kritischen Aktionäre auch von der Kölner PDS Bundestagsabgeordneten Ulla Lötzer, die in der Versammlung sprechen wird.

Die Kritiker werfen dem Management des gelben Riesen vor, Aufträge für Verkehrs- und Transportleistungen an Fremdunternehmen zu vergeben und die Einkommen befristet Beschäftigter bis zu 29,9 Prozent zu senken. "Damit betreibt der Post-Vorstand ruinöses Lohndumping und hebelt Tarifverträge aus", entrüstet sich der Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Henry Mathews.

Trotz erheblicher Steigerung der Mitarbeiterproduktivität zerstöre der Vorstand so langfristig des Wissenspotential der Deutschen Post und damit die Grundlage des Unternehmenserfolgs, schreibt der Dachverband zur Begründung seiner Gegenanträge. Die steigende Arbeitsbelastung für die Beschäftigten und der Ausbau ungeschützter Arbeitsverhältnisse bei Tochterfirmen hätten die Zuverlässigkeit und Qualität des Dienstleistungsangebotes ebenso verschlechtert wie die Schließung vieler Postfilialen.