George Grosz als Theatermann - Ausstellung von Zeichnungen in Berlin

Satirischer Zeichner

George Grosz (1893-1959) war der meist gefürchtete satirische Zeichner seiner Zeit. Auf eine andere Facette seines künstlerischen Werkes weist die Ausstellung "George Grosz - Zeichnungen für Buch und Bühne" hin, die vom 29. Juni bis 30. September in Berlin gezeigt wird. Zu sehen ist im Museum Nicolaihaus eine Auswahl aus dem Konvolut von 362 Zeichnungen für Buch und Bühne, das das Stadtmuseum Berlin 1997 aus dem Grosz-Nachlass angekauft hat. Wie das Museum als Veranstalter der Schau am Donnerstag in Berlin weiter mitteilte, werden die meisten der Zeichnungen erstmalsöffentlich gezeigt.

Zu dem Bestand gehören unter anderem Illustrationen zu Peter Gons' Gedichtband "Der große Zeitvertreib", zu Bertolt Brechts Vers-Epos "Die drei Soldaten" und Dekorationsentwürfe für George Bernard Shaws "Cäsar und Cleopatra" sowie für Inszenierungen von Erwin Piscator.

Grosz zählte vor 1920 zur Gruppe der Berliner Dadaisten, die Brüder Wieland Herzfelde und John Heartfield öffneten ihm erste Türen zu öffentlichem Wirken: Herzfelde durch Publikationsmöglichkeiten in seinem Malik-Verlag, Heartfield durch die Einführung in die Welt des Theaters. Neben satirischen Zeichnungen und gesellschaftskritischen Gemälden wurden Buchillustrationen und Theaterausstattung in den Jahren 1919 bis 1932 zu wichtigen Betätigungsfeldern für Grosz. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Zeitgleich läuft als erste von vier Präsentationen zum Theater in Berlin nach 1945 "Suche Nägel, biete gutes Theater". Diese Schau berichtet anhand von Fotos, Plakaten, Entwurfszeichnungen, Kostümen und Bühnenbildmodellen über den schwierigen Neubeginn des Theaterlebens nach Kriegsende bis zur Wiedereröffnung des Schiller Theaters im Jahr 1951 und die Akteure jener Jahre. 245 Premieren gingen bereits in der ersten Spielzeit über Berliner Bühnen. Zu dieser Ausstellung bringt der Henschel Verlag im August gleichfalls einen Katalog heraus.