Kulturdienstleistungen nicht als Ware behandeln

Kulturrat

Kulturgüter dürfen nach Ansicht des Deutschen Kulturrates nicht wie normale Handelsprodukte behandelt werden. Kultur sei eine "besondere Ware", sagte der Geschäftsführer der Organisation, Olaf Zimmermann, am Donnerstag in Berlin. Er präsentierte eine zehnseitige Stellungnahme des Kulturrates zu den derzeit laufenden Konsultationen bei den internationalen Verhandlungen über den Handel mit Dienstleistungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO), den sogenannten GATS-2000 Verhandlungen. Darin fordert die Spitzenorganisation der deutschen Kulturverbände, dass der hohe europäische Schutzstandard im Urheber- und Leistungsschutzrecht bei den Verhandlungen "nicht zur Disposition gestellt wird".

Kunst und Kultur seien Ausdruck der kulturellen Identität, betonte Zimmermann. In Europa diene die öffentliche Förderung dazu, "dass die Vielfalt der Kunst, die nicht immer dem Massengeschmack entspricht und oftmals keine ökonomischen Gewinne ermöglicht, für jedermann zugänglich ist". Zimmermann fügte hinzu: "Dieses Prinzip der Kulturförderung in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union darf durch die GATS 2000-Verhandlungen nicht angetastet werden." Der Kulturrat sei nicht gegen eine Liberalisierung des weltweiten Handels mit Dienstleistungen. Es müsse aber gesichert sein, dass der besondere Charakter der Kultur als Dienstleistung in allen Ländern und Regionen der Welt erhalten bleibe. "Also Liberalisierung ja, aber nicht auf Kosten der Vielfalt der Kultur", sagte Zimmermann.