Unternehmen und Regierung sollen sich für Menschenrechte einsetzen

ai-Jahrestagung

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) fordert die Bundesregierung zu mehr Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte in Nordkorea auf. Die neugeknüpften Kontakte zur Regierung in Pjöngjang sollten für ein "nachdrückliches" Drängen auf eine Verbesserung der Menschenrechte genutzt werden, hieß es in einer Erklärung zur Jahrestagung der deutschen ai-Sektion, die am Montag in Münster zu Ende ging.

Nach Forderung von amnesty sollten sich auch Unternehmen, die Zutritt zu dem weitgehend abgeschotteten kommunistischen Land haben, stärker für die Menschenrechte in Nordkorea einsetzen. Die Firmen dürften "keine schweigenden Zeugen von Menschenrechtsverletzungen sein", hob der wiedergewählte Vorstandssprecher der deutschen ai-Sektion, Kajetan von Eckardstein, hervor. Er verwies auf Berichte, nach denen es immer wieder zu willkürlichen Hinrichtungen in Nordkorea komme.

Auf der Jahresversammlung forderten die rund 650 Mitglieder und Delegierten von ai Deutschland auch ein Ende der Isolationshaft in der Türkei. Seit vergangenen Oktober protestieren deshalb mehr als 1.000 Gefangene mit Hungerstreiks gegen die Gefängnispolitik der türkischen Regierung. Gefangene sollten mindestens einen Teil des Tages außerhalb ihre Zelle gemeinsam mit anderen Gefangenen mit sinnvollen Tätigkeiten verbringen, forderte von Eckardstein.