Erörterungstermin für Großflughafen nach Protesten erneut unterbrochen

Berlin-Schönefeld

Der Erörtungstermin über die Einwendungen von 67.000 BürgerInnen gegen den geplanten Großflughafen in Berlin-Schönefeld musste heute erneut unterbrochen werden. Bereits am ersten Tag der Mammut-Verhandlung hatten 1200 GegnerInnen des Milliarden-Projektes eine Aussetzung erzwungen. Sie werfen den Landesregierungen von Berlin und Brandenburg vor, die Erörtung sei eine Farce, da der Bau ohnehin längst beschlossene Sache sei.

Zudem berufen sich der Bürgerverein Berlin Brandenburg (BVBB) darauf, dass das gesamte Verfahren rechtswidrig sei. Der Leiter der Anhörung sei als Brandenburger Beamter nicht berechtigt, Amtshandlungen auf Berliner Hoheitsgebiet vorzunehmen. Die Landesregierungen widersprachen dieser Ansicht. Einerseits liege der Flughafen zum Teil in Berlin, andererseits habe der Senat dem Verfahren zugestimmt.

Der umstrittene Großflughafen soll 2007/2008 in Betrieb gehen. Offiziell sollen die innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof zu diesem Termin geschlossen werden. Doch bereits mehrfach waren Forderungen aufgekommen, zumindest Tempelhof weiterhin offen zu halten. Erst vor wenigen Tagen war ein Kleinflugzeug beim Landeanflug auf Tempelhof in ein Wohnhaus gestürzt. Aufgrund der Verkettung glücklicher Umstände waren dabei nur die beiden Insassen ums Leben gekommen.

Die Bürgerinitiativen fordern den Verzicht auf Schönefeld und einen Großflughafen weiter außerhalb, wie auch das Raumordnungsverfahren empfohlen hatte. Umweltverbände, allen voran der Berliner BUND, fordern dagegen den Ausbau der umweltfreundlichen Bahn und den Verzicht auf jeden Großflughafen bei gleichzeitiger Schließung von Tegel und Tempelhof. Gerade die vielen Kurzstreckenflüge seien völlig unnötig.