NATO und Russland wollen Kontakte zur Raketenabwehr intensivieren

NATO-Frühjahrstagung

Im Streit um den geplanten amerikanischen Raketenabwehrschirm(NMD) wollen die NATO und Russland ihre Kontakte auf Expertenebene intensivieren. Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow und NATO-Generalsekretär Georg Robertson erläuterten nach einer Sitzung des NATO-Russland-Rates am Freitag in Brüssel, Russland werde eine Expertengruppe nach Brüssel entsenden, um dem Bündnis die russische Sicht der Rahmenbedingungen zu erläutern. Russland möchte am ABM-Vertrag von 1972 festhalten, der den Aufbau strategischer Raketenabwehrsysteme stark einschränkt.

Iwanow vermied bei seinem ersten Auftreten in Brüssel scharfe Töne, ließ aber dennoch die Meinungsunterschiede zu den USA und zur NATO bei der Raketenabwehr erkennen. Er widersprach der Einschätzung der NATO, es gebe eine potenzielle Bedrohung durch Langstreckenraketen so genannter Schurkenstaaten. Allenfalls eine Bedrohung im Mittelstreckenbereich könnte in den nächsten Jahren entstehen, sagte Iwanow.