Plutonium für Tausende Atombomben könnte verschwunden sein

Fehler in Microsoft-Programm

Experten des russischen Kurtschatow-Instituts haben einen schwerwiegenden Fehler in der von Russland und den USA für die Verwaltung von atomwaffenfähigen Stoffen gefunden. Dadurch könnte theoretisch Material für mehrere zehntausend Atombomben unbemerkt beiseite geschafft worden sein. Das berichtet die Washington Post. Ein Fehler in Microsofts Datenbank habe dazu geführt, dass einzelne Datensätze nicht mehr angezeigt worden seien. Technisch befähigte Bösewichte könnten dann diese "verschwundenen" Datensätze heraussuchen und den Bombenstoff auch wirklich verschwinden lassen.

Das amerikanische Los Alamos National Laboratory hatte den Russen die eigene Software zur Verfügung gestellt, um ein Verschwinden der dortigen Spaltstoff-Bestände zu verhindern. Im Gegensatz zu den Amerikanern, die das Programm auch benutzten, stießen die Russen aber auf den brisanten Fehler.

Anstatt einen bewussten Angriff auf die russische Sicherheit zu vermuten, informierten sie Anfang letzten Jahres ihre Kollegen in Los Alamos. Die empfahlen ein Update der Software - doch Microsoft hatte den Fehler nicht behoben, sondern nur verringert, und dazu noch eine weitere Sicherheitslücke neu eingebaut: Unberechtigte hatten Zugriff auf die Daten.

Während in Russland noch die alten Zettelkästen vorhanden sein müssten, wird es für die USA sehr teuer, wollen sie zumindest einen groben Überblick über ihr Atombombenmaterial zurückerhalten: mehr als eine Milliarde US-Dollar, berichtet die Washington Post. Doch eventuell bereits abgezweigtes Plutonium lässt sich auch mit diesem Kraftakt nicht entdecken.