Ständige Ausstellung dokumentiert NS-Verbrechen an Sinti und Roma

Auschwitz

Eine ständige Ausstellung, die den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma dokumentiert, wird am 2. August im Staatlichen Museum Auschwitz eröffnet. Das Ausstellungsvorhaben sei mit Hilfe des Bundes und der Länder, der polnischen Regierung, der Europäischen Union sowie der deutschen Industrie über einen Zeitraum von drei Jahren realisiert worden, teilte das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am Donnerstag in Heidelberg mit. Die Dokumentation sei "ein wichtiges Ergebnis des jahrzehntelangen Kampfes gegen das Verdrängen und Verleugnen" der Verbrechen an den Sinti und Roma. Der Tag der Ausstellungseröffnung erinnert an den 2. August 1944, als in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau noch 3.000 Sinti und Roma ermordet wurden.

Die Ausstellung wird in Block 13 des ehemaligen "Stammlagers" eingerichtet. Sie dokumentiert erstmals "die europäische Dimension der Verbrechen an den Sinti und Roma, die vom Berliner Reichssicherheitshauptamt aus zentral geplant und organisiert wurden". Aus ganz Europa haben Überlebende sowie Facheinrichtungen Fotos, Dokumente und andere Zeugnisse für die Schau zur Verfügung gestellt. Im Mittelpunkt stehen die Biografien verfolgter und ermordeter Menschen. Die Ausstellung soll nicht nur eine "zentrale Stätte der Erinnerung" sein, "sondern zugleich ein Ort der Mahnung angesichts heutiger Menschenrechtsverletzungen".