Kiep-Million stammte offenbar von Norfolk-Stiftung

Gekaufte Republik

Das Rätsel um die Herkunft der so genannten Kiep-Million ist möglicherweise gelöst. Die eine Million Mark, die Ex-CDU-Schatzmeister Walter Leisler Kiep im April an die CDU zahlte, entstammt vermutlich der Norfolk-Stiftung, dem ehemaligen Schweizer Schwarzgelddepot der Bundes-CDU. Kiep habe indirekt eingeräumt, 1992 von schweizer Konten der Liechtensteiner Norfolk-Stiftung mit rund 755.000 Mark bedacht worden zu sein, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Dies gehe aus einem Bericht hervor, den ein Wirtschaftsprüfer im Auftrag Kieps für den Untersuchungsausschuss des Bundestages gefertigt habe, schreibt das Blatt.

In dem Bericht finde sich zwar kein Eingeständnis Kieps. Aber der Darstellung des früheren CDU-Finanzberaters Horst Weyrauch, er habe Kiep in zwei Tranchen umgerechnet rund 750.000 Mark aus dem Norfolk-Topf überwiesen, werde auch nicht widersprochen, schreibt die Zeitung weiter. Der Wirtschaftsprüfer hatte auch Weyrauch befragt. Frühere Annahmen Kieps, das Geld unbekannter Herkunft stamme möglicherweise aus einer anderen Quelle, seien nunmehr auszuschließen, zitiert das Blatt den Bericht des Wirtschaftsprüfers.

Kiep hat immer bestritten, von der Norfolk-Stiftung gewusst zu haben. Er hatte im März der CDU rund eine Million Mark überwiesen. Kiep konnte zur Herkunft des Geldes nichts sagen, nahm aber an, es gehöre nicht ihm, sondern der CDU. Kiep muss Donnerstag vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss aussagen.

Ein parteiübergreifender Aufruf des Ausschusses, alle bislang unbekannten Spender an Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) mögen sich zu erkennen geben, wurde von der FDP nicht mitgetragen.