Schwachstellenanalyse in Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe

Plutonium-Affäre

Nach dem Plutonium-Diebstahl in Baden-Württemberg wird das Landesumweltministerium jetzt eine Schwachstellenanalyse für die Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) vorbereiten. Darauf verständigten sich Bund, Land und Betreiber am Donnerstag bei einem Treffen in der WAK, wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin sagte. Die Analyse werde durch den Betreiber erfolgen. Danach entscheide das Landesumweltministerium über weitere Schritte.

Nach der Schwachstellenanalyse in Karlsruhe werde der Bund entscheiden, ob Konsequenzen für andere deutsche Atomanlagen zu ziehen seien, sagte der Sprecher weiter. Das Bundesumweltministerium werde in den kommenden Wochen zudem alle Länder über vergleichbare Fälle und Maßnahmen befragen.

Aus der WAK hatte ein 47-jähriger Abbrucharbeiter unbemerkt radioaktiv verseuchtes Material geschmuggelt. Ferner soll aus einem Siemens-Forschungszentrum in Erlangen ein Labormechaniker zwischen 1971 und 1981 Uran und andere radioaktive Stoffe entwendet haben. Dieser Vorfall war erst vor wenigen Tagen bekannt geworden.