Kritische Aktionäre kritisieren "ethischen" Aktienindex FTSE4Good

Mogelpackung

Für den Dachverband der Kritischen Aktionäre ist der angeblich "ethische" Aktienindex FTSE4Good eine extreme Mogelpackung. Die Financial Times und die Londoner Börse wollen den Inxex am Dienstag weltweit einführen. Die im Index angelegten Aufnahmekriterien beträfen im Wesentlichen nur Selbstverpflichtungen und Selbstauskünfte von Unternehmen, statt von unabhängiger Seite überprüfte Leistungsdaten, kritisiert der Geschäftsführer des Dachverbands, Henry Mathews. Enthalten sind zahlreiche Großkonzerne, deren Unternehmenspolitik nicht unbedingt ethischen Grundsätzen genügt.

So wurden "Umweltvergifter" wie Bayer und BASF in den FTSE4Good aufgenommen, so Mathews. Auch die im Index verzeichneten Automobil-Konzerne BMW und Volkswagen seien "grundsätzlich nicht umweltverträglich" und hätten "nichts in einem ethischen Aktien-index zu suchen." Gleiches gelte für die Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa, die zudem "die gewaltsame Abschiebung von Flüchtlingen in ihren Maschinen duldet".

Die Kritischen Aktionäre halten es für überfällig, dem Missbrauch der Begriffe "Ethik", Verantwortung" und "Nachhaltigkeit" ein Ende zu bereiten. Der Index FTSE4Good unterstreicht aus ihrer Sicht diese Notwendigkeit - zumal die darin aufgenommene Volkswagen AG im Haus des Hannoveraner Instituts "imug", das in die Bewertung der deutschen Firmen einbezogen war, auch als Beratungskunde verkehrt.