Künast: deutsche Bauern konkurrenzfähig machen

Agrarwende

Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) hat vor ihrem Auftritt auf dem Deutschen Bauerntag in Münster die Notwendigkeit einer Agrarwende unterstrichen. Künast sagte der Tageszeitung "Die Welt" am Mittwoch: "Wenn es jetzt in Deutschland nicht zu einer Wende in der landwirtschaftlichen Produktion kommt, dann werden viele Betriebe spätestens nach dem Beitritt der Osteuropäer überhaupt nicht mehr konkurrenzfähig sein." Das Ziel müsse sein ,"gesunde Lebensmittel umweltschonend zu ehrlichen Preisen" herzustellen, betonte Künast. Auch im Ostblock gebe es bereits jetzt sehr gute Ökobauern, die nur darauf warteten, die lukrativen Nischen hierzulande zu besetzen, warnte die Ministerin.

Es sei klar, dass die geltende Subventionspolitik nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Dafür werde zum einen die Welthandelsorganisation sorgen, die der protektionistischen EU-Agrarpolitik den Kampf angesagt habe. Zudem werde mit der Osterweiterung der Europäischen Union (EU) "der Kuchen unter mehr Bauern verteilt".

Künast kündigte an, dass in Deutschland künftig die Direktzahlungen aus Brüssel gekürzt würden. Mit den so frei gewordenen Mitteln solle der ländliche Raum gefördert werden. Nicht die Produktion sei ausschlaggebend, sondern die Leistung eines jeden Betriebes für Tier, Natur- und Umweltschutz. Bei der so genannten Modulation müssten allerdings auch die Bundesländer mitmachen. "Da wird noch gepokert, aber ich bin sicher, dass sie letztlich mitziehen werden", sagte Künast.