Reporter ohne Grenzen fordern Aufklärung von Journalistenmord

Ukraine

Am Dienstag dieser Woche wurde ein ukrainischer Journalist von Unbekannten ermordert, ein weiterer schwer verletzt. Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit Reporter ohne Grenzen fordert jetzt vom ukrainischen Innenminister Anatoli Kinah die Ermittlung der Täter, die für die Überfälle verantwortlich sind.

Am 3. Juli starb Oleg Breus, Redakteur der Zeitung XXI vek (21. Jahrhundert), durch mehrere Schüsse. Unbekannte hatten am Eingang seines Wohnhauses in Lugansk auf ihn gefeuert. Die Polizei sieht den Mord im Zusammenhang mit Breus' Aktivitäten als Geschäftsmann: Er hält 33% der Aktien des Zentralmarktes von Lugansk.

Der Chefredakteur von XXI vek, Juri Jurow, geht aber davon aus, dass Breus wegen kritischer Artikel über den neuen Bürgermeister der Stadt ermordet wurde.

Ebenfalls am 3. Juli 2001 wurde Igor Alexandrow, Generaldirektor der Fernsehstation TOR in Slawjansk im Osten des Landes, am Eingang des Senders von Unbekannten mit Baseballschlägern angegriffen. Er erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er im Koma liegt; er schwebt in Lebensgefahr.

Alexandrow war 1998 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er einen Abgeordneten als König des Wodka-Reiches von Donbas, einer Industriezone im Osten der Ukraine, bezeichnet hatte. Zudem erhielt er ein fünfjährges Berufsverbot. Zwar zog der Abgeordnete seine Klage im Jahr 2000 zurück, Alexandrow bestand aber auf seiner Rehabilitation und brachte den Fall vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof.