Jugendliche verprügeln in Cottbus iranische Familie - Messerstiche in Cham

Rechter Terror

Vermutlich ausländerfeindliche Jugendliche haben am Wochenende im brandenburgischen Cottbus eine iranische Familie verfolgt und verprügelt. Der 42-jährige Familienvater und seine 31-jährige Frau mussten nach Polizeiangaben zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Von den Tätern fehlte am Sonntagnachmittag noch jede Spur. Die Cottbuser Polizei hat eine Sonderkommission zur Ermittlung der Schläger eingesetzt. Ihr gehören sechs Beamte an. Der Polizeiliche Staatsschutz ist eingeschaltet. Die Polizei geht von einem "fremdenfeindlichen Angriff" aus.

Der Mann ist Polizeiangaben zufolge nicht ansprechbar. Ihm wurde die Nase gebrochen. Die Frau wurde wegen Verdachts eines Milzrisses in die Klinik gebracht. Die 15-jährige Tochter erlitt Blutergüsse.

Unter Tatverdacht waren vorübergehend zwei 17 und 21 Jahre alte Männer festgenommen worden. Der Verdacht konnte jedoch nicht erhärtet werden, und die beiden wurden wieder entlassen.

Die Auseinandersetzungen hatten nach Polizeiangaben in der Nacht zu Samstag vor einer Gaststätte begonnen. Als die iranische Familie an dem Lokal vorbeiging, wurde sie von mehreren Jugendlichen angepöbelt und beleidigt. Unter anderem wurde den Iranern zugerufen "Ausländer raus". Die Familie fühlte sich bedroht und flüchtete. Sie wurde von etwa einem halben Dutzend Jugendlichen verfolgt, gestoßen und zusammengeschlagen.

Der Mann lebt seit fünf Jahren als Asylbewerber legal in Deutschland. Seine Frau und die Tochter waren zwei Jahre später nachgekommen.

Im oberpfälzischen Cham sind in der Nacht zum Samstag zwei Asylbewerber von vier Rechtsextremen mit Messern verletzt worden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, sprangen die Täter aus einem Auto und beschimpften einen 17-jährigen Iraker und einen 22-jährigen Jordanier. Zwei der Angreifer fügten dann den Überfallenen Schnittverletzungen an Händen und Armen zu. Die bisher unbekannten Täter flüchteten in ihrem Wagen.