Bayern bemühte sich um Kredite für Leo Kirch

Medienkonzern Kirch und die CSU

Die bayerische Staatsregierung hat sich bei der HypoVereinsbank im Februar um Kredite für den mächtigen Medienunternehmer Leo Kirch bemüht. Dabei sei es um die Absicherung des Kirch-Einstiegs in die Motorsport-Veranstaltungen der Formel Eins gegangen, bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums Informationen der "Süddeutschen Zeitung".

Staatskanzleichef Erwin Huber (CSU) habe wegen der Formel-Eins-Finanzierung als verantwortlicher Fachminister für die Medienpolitik in Bayern telefonisch Kontakt mit der Bank aufgenommen, sagte der Sprecher. Anlass sei die erhebliche medienwirtschaftliche Bedeutung der Formel Eins gewesen. Ein Verbleib bei einem bayerischen Unternehmen habe im medienpolitischen Interesse des Standorts Bayern gelegen, hieß es zur Begründung.

Hintergrund ist eine entsprechende Anfrage des SPD-Abgeordneten Peter Paul Gantzer an die Staatsregierung über ihr Engagement für die Formel-Eins-Finanzierung von Kirch. Gantzer will unter anderem wissen, ob die Münchner HypoVereinsbank ein finanzielles Engagement mit dem Hinweis auf die unzureichenden Sicherheiten der Kirch-Gruppe abgelehnt hat. Darüber hinaus will Gantzer Informationen über die Kreditvergabe der Bayerischen Landesbank an die Kirch-Gruppe.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Heinz Kaiser, hält es für höchst "problematisch", wenn sich Huber als Kirch-Lobbyist betätige. Ein medienpolitisches Interesse Bayerns an der Formel Eins könne er nicht erkennen, sagte Kaiser. Vielmehr zeige sich die Staatsregierung "offenbar erkenntlich für die publizistische Unterstützung der CSU durch den Kirch-Konzern", betonte er.