Leipzig protestiert gegen Nazi-Aufmarsch

Rechtsextremismus

Mit einem Bürger- und Friedensfest will sich die Stadt Leipzig gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten am 1. September zur Wehr setzen. Unter dem Motto "Leipzig - Gesicht zeigen" rief Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Montag alle Bürger der Stadt auf, um "fünf vor zwölf" auf dem Augustusplatz gegen den rechten Aufmarsch präsent zu sein.

Der Verein "Nationaler Widerstand" hat zu dem Demonstrationszug vom Völkerschlachtdenkmal in die Innenstadt aufgerufen. Angemeldet seien rund 4.000 Teilnehmer. Die Polizei wird nach Angaben der Stadt mehrere Tausend Beamte aus dem gesamten Bundesgebiet in und um Leipzig zusammenziehen. Am 1. September vor 62 Jahren begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.

Die Stadt Leipzig hatte den Aufmarsch der Rechten verboten, die Entscheidung wurde vom Verwaltungsgericht bestätigt. Über eine Beschwerde der Organisatoren gegen den Richterspruch wird das Oberwaltungsgericht in Bautzen voraussichtlich am Mittwoch entscheiden. Sollte die Stadt vor Gericht unterliegen, "sind wir fest entschlossen, auch vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen", sagte Tiefensee.