Osama bin Laden

Mutmaßlicher Drahtzieher des internationalen Terrorismus

Der saudi-arabische Multimillionär Osama bin Laden gilt seit Jahren als Drahtzieher im weltweiten Terrorismus. Nach Erkenntnissen internationaler Geheimdienste ist er für den Tod von über 220 Menschen verantwortlich, die 1998 in den ostafrikanischen Städten Nairobi und Daressalam Opfer zweier gleichzeitig gezündeter Bomben wurden. Auch der Selbstmordanschlag auf das Kriegsschiff USS-Cole im Jemen im vergangenen Oktober, bei dem 17 amerikanische Soldaten starben, soll auf das Konto des Terror-Netzwerks von Osama bin Laden gehen.

Bin Laden, Spross einer saudi-arabischen Millionärsfamilie, hat den USA bereits vor längerer Zeit den Krieg erklärt. Er bezeichnete alle US-Amerikaner als Feinde. 1998 soll er ein internationales Terrornetzwerk gegründet und seinen "heiligen Krieg" erklärt haben. Heute lebt er vermutlich unter dem Schutz des Taliban-Regimes versteckt in Afghanistan.

Bin Ladens Terroristen sollen über große logistische Kapazitäten verfügen. Erst im Juli hatten Geheimdienstexperten vor Anschlägen islamistischer Terroristen auch in Deutschland gewarnt. Ein Mitglied eines deutschen Geheimdienstes sagte, es werde befürchtet, dass bin Laden ein Auge auf Westeuropa geworfen habe. Vor wenigen Monaten war in Spanien Mohammed Bensakhria festgenommen worden, der die Untergrundtruppe Bin Ladens in Europa geleitet haben soll. Es wurde vermutet, dass Bensakhria zuvor in Berlin untergetaucht war und dass er zum Jahresende 2000 einen Anschlag auf das Europäische Parlament in Straßburg plante.