Behörden schweigen zum Verdacht Frankfurt/Main

Terrorermittlungen

Landes- und Bundesbehörden lehnen jede Stellungnahme zu Berichten ab, wonach sich das Deutschland-Kommando des islamistischen Terrornetzes von Osama Bin Laden in Frankfurt am Main befindet. Bundesanwaltschaft, das hessische Innenministerium, Landeskriminalamt sowie Frankfurter Polizei und das Büro der Oberbürgermeisterin wollten am Mittwoch keinen Kommentar abgeben. Die Bundesanwaltschaft geht einer Sprecherin zufolge "sämtlichen Spuren und Hinweisen unverzüglich nach", berichte aber "nur über Ermittlungsergebnisse".

Ein Sprecher des hessischen Landeskriminalamts in Wiesbaden wollte sich zu dem entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt" vom Mittwoch nicht äußern. Nach Auskunft der Bundesanwaltschaft befinden sich derzeit keine Ermittler in Frankfurt. Bislang seien elf Bundesanwälte und Oberstaatsanwälte der Karlsruher Strafverfolgungsbehörde direkt in die Ermittlungen zu den Terroranschlägen in den USA einbezogen. Zwei von ihnen befänden sich noch in Hamburg, in der Mainmetropole sei kein Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft vor Ort.

"Die Welt" hatte unter Berufung auf ausländische Geheimdienstquellen berichtet, Frankfurt sei Bin Ladens deutsches "Drehkreuz des Terrors". Ein libanesischer Autohändler agiere im Großraum Frankfurt als "logistischer Brückenkopf" für die kriminelle Holding. Der Mann sei eine der zentralen Anlaufstellen für in Deutschland operierende Terrorzellen, berichtete das Blatt. Er sorge nach Geheimdienstinformationen für Wohnungen, beschaffe Ausweispapiere, kümmere sich um Fahrzeuge und stelle die Finanzierung der militanten Fundamentalisten sicher. Aus dem Geheimbericht gehe hervor, dass der Libanese eine Schlüsselfigur für Kontakte in den Irak sei, berichtete "Die Welt" weiter. In die finanziellen Transaktionen soll auch eine in Frankfurt ansässige arabische Bank involviert sein.