Atomkraftwerke nicht sicher vor gezielten Anschlägen

Veba-Manager

Die deutschen Atomkraftwerke sind nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der VEBA Oel AG, Wilhelm Bonse-Geuking, nicht sicher vor gezielten Anschlägen mit großen Flugzeugen. Bonse-Geuking, der in den 70er Jahren Leiter des Energiestabs der VEBA AG war, sagte, beim Bau der Atomkraftwerke hätten die Experten nicht damit gerechnet, dass Attentäter ein Flugzeug als Waffe gebrauchen könnten.

In den 70er Jahren sei der Schutz für Atomkraftwerke lediglich auf mögliche Abstürze von Kampfflugzeugen ausgelegt worden. Hintergrund seien damals die gehäuften Starfighter-Abstürze gewesen. Wenn jedoch ein vollgetankter Passagierjet gezielt auf ein Kraftwerk stürzen würde, wären diese Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend, sagte Bonse-Geuking.

Die Umweltschutzorganisation BUND hatte am Mittwoch gefordert, angesichts der veränderten Bedrohungslage durch Terroristen die Atomkraftwerke sofort abzuschalten. Dagegen hatte der Vorstandschef des Energiekonzerns RWE, Dietmar Kuhnt, für deutsche Atomkraftwerke bestehe keine Gefahr durch terroristische Flugzeug-Anschläge. Kuhnt schränkte aber ein, dass es einen hundertprozentigen Schutz für keinen Industriezweig geben könne.