Siemens-Manager schätzten Handy-Markt falsch ein

2.600 Entlassungen

Siemens hat den Markt für Mobiltelefone offenbar falsch eingeschätzt. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, entließ der Elektrokonzern im April 2.600 MitarbeiterInnen in der Handy-Produktion in Leipzig, Bocholt und Kamp-Lintfort. Da die Beschäftigten nur befristete Verträge hatten, konnten die Entlassungen durch Nicht-Verlängerung der Verträge einfach durchgesetzt werden.

Nun sucht Siemens für das Werk im westfälischen Kamp-Lintfort 500 Mitarbeiter über eine Zeitarbeitsfirma. Nach Angaben von Arbeitsnehmervertretern kommen über die Zeitarbeitsfirma zum Teil wieder dieselben Mitarbeiter zu Siemens, die zuvor befristet beschäftigt waren. Nun verdienen sie aber weniger.

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW und andere Organisationen rufen zum Boykott von Siemens-Handys auf, weil eine gemeinsame Tochtergesellschaft von Siemens und Framatome der weltweit führende Anbieter von Atomkraftwerkstechnik ist. Der Atomkraftwerkshersteller baut derzeit mit finanzieller Unterstützung durch die deutsche Bundesregierung bzw. durch die EU Atomkraftwerke in der Ukraine und in China. Siemens soll mit dem Boykott zum Ausstieg aus dem Atomgeschäft bewegt werden.