Sozialverbände empört über Forderung nach Pflichtdienst für Senioren

"Tolldreist"

Die Forderung nach einem Pflichtdienst für Senioren sorgt für Empörung bei Sozialverbänden. Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, sagte am Montag: "So viel Unverschämtheiten gegenüber den Seniorengenerationen sind mir bisher nicht vorgekommen." Ohne das Engagement der Senioren wäre die ehrenamtliche Arbeit auf allen Gebieten bereits zusammengebrochen.

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte am Wochenende für einen sozialen Pflichtdienst für Rentner plädiert. Bundesseniorenministerin Christine Bergmann (SPD) hatte den Vorstoß als "absurd" kritisiert und wie Hirrlinger auf das bereits bestehende Engagement von Senioren verwiesen.

Die Vorsitzende des Senioren-Schutzbundes Graue Panther, Trude Unruh, sprach von einer "Frechheit" Schönbohms. Es gebe viele Sozialrentner, die nach einem langen Berufsleben noch arbeiten müssten, um ihre karge Rente aufzubessern, sagte Unruh den "Stuttgarter Nachrichten". Ausgerechnet diese Menschen zum Pflichtdienst "verdonnern" zu wollen, sei "tolldreist".