Hilfsorganisation warnen vor humanitärer Katastrophe in Afghanistan

Hunger

Die großen deutschen Hilfsorganisationen bitten dringend um Spenden, um eine humanitäre Katastrophe in Afghanistan zu verhindern. Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) haben in den vergangenen Monaten bereits über 900.000 Menschen auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg und auf der Suche nach Wasser und Nahrung ihre Dörfer verlassen. Rund 7,5 Millionen Afghanen seien auf die Hilfe von außen angewiesen, teilte Unicef am Donnerstag in Berlin mit. Gleichzeitig leide das Land unter der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren.

Derzeit sind fünf Unicef-Hilfskonvois auf dem Weg nach Afghanistan. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) will ein Feldhospital ins pakistanische Peshawar schicken, eine weitere Chirurgie-Einheit wird im Iran für einen Einsatz in der Krisenregion bereitgehalten. Darüber hinaus werden Hilfsgüter für die Betreuung der in Afghanistan vertriebenen Bevölkerung, bestehend aus faltbaren Wasserkanistern, Decken und Zelten beschafft. Die afghanischen Flüchtlinge in Pakistan erhalten Küchensets, Decken und Rundzelte. Das Auswärtige Amt unterstützt die Maßnahmen des Roten Kreuzes mit zunächst 2,4 Millionen Mark.

Das katholische internationale Caritasnetzwerk, dem 154 nationale Caritasverbände angehören, bereitet ein Hilfsprogramm mit einem Umfang von 25 Millionen Mark für afghanische Flüchtlinge vor. Vorgesehen ist die Versorgung von 30.000 afghanische Flüchtlingsfamilien (rund 180.000 Personen) mit Notunterkünften. Außerdem soll versucht werden, die Wasserversorgung und die Bereitstellung von sanitären Anlagen für neu ankommende Flüchtlinge sicherzustellen. Auch die Diakonie Katastrophenhilfe der Evangelischen Kirche Deutschlands sammelt Geld, um Menschen in pakistanischen und iranischen Flüchtlingslagern mit Decken, Zelten, Wasser und Lebensmitteln zu versorgen.

Unterdessen wies die Menschenrechtsorganisation amnesty international darauf hin, dass Teile der afghanischen Bevölkerung von Menschenrechtsverletzungen bedroht sein könnten. Vor allem Angehörige von nicht-paschtu Minderheiten, die im Herrschaftsgebiet der Taliban leben, seien gefährdet. Sie könnten der Zusammenarbeit mit der gegnerischen Nordallianz beschuldigt werden, befürchtet amnesty.