Koalitionspolitiker wollen alte Atommeiler schneller vom Netz nehmen

Atomkraft

Politiker der Koalition drängen als Konsequenz aus den Terroranschlägen in den USA auf eine schnellere Abschaltung älterer Kernkraftwerke in Deutschland. Die Energieexpertin der Grünen, Michaele Hustedt, sagte der Berliner Zeitung, mit den Betreibern müsse noch einmal über die Restlaufzeiten geredet werden. Ziel müsse es sein, die älteren Meiler rascher abzuschalten. Unter Sicherheitsaspekten seien diese Reaktoren besonders fragwürdig.

SPD-Fraktionsvize Michael Müller forderte, ältere Anlagen in der Nähe von Flughäfen vorrangig stillzulegen. Aus Sicht des SPD-Energieexperten Horst Kubatschka ist eine Änderung der Atomgesetz-Novelle für eine schnellere Abschaltung älterer AKW nicht nötig.

Mit der Atomindustrie war geregelt worden, dass die Laufzeit aller Reaktoren durchschnittlich 32 Jahre betragen soll. Reststrommengen älterer Reaktoren können auf jüngere übertragen werden. Der neue Vorstoß würde bedeuten, dass alte Meiler wie Stade oder Biblis noch vor Laufzeitende 2003 beziehungsweise 2006 vom Netz gehen können. Dagegen könnten moderne Meiler wie Emsland/Lingen oder Neckarwestheim II länger als 2020 beziehungsweise 2021 laufen.