1.600 Stellen weg bei Opel, keine in Eisenach und Kaiserslautern

Opel-Sanierungsplan

Der Autobauer Opel will zur Verwirklichung seines Sanierungsprogramms "Olympia" in den kommenden beiden Jahre rund 1.600 Mitarbeiter entlassen. Davon entfallen 1.200 Streichungen auf die Produktion und 400 auf den Verwaltungsbereich. Einschließlich der "natürlichen Fluktuation" von jährlich etwa 500 Mitarbeitern werden bei Opel bis 2003 rund 2.500 Menschen weniger arbeiten. Wie die Adam Opel AG am Dienstag in Rüsselsheim mitteilte, hat der Vorstandsvorsitzende Carl-Peter Forster am Montag die Arbeitnehmervertretung über die Ziele der Sanierung informiert und damit die Umsetzung eingeleitet.

Von den Job-Kürzungen sind die einzelnen Standorte des Konzerns unterschiedlich betroffen. So sollen in Bochum (Nordrhein-Westfalen) rund 600 Stellen wegfallen. Durch die natürliche Fluktuation und mit Vorruhestandregelungen sei man zuversichtlich, "niemanden rausschmeißen zu müssen", sagte ein Sprecher des Bochumer Werkes. Der Personalbau werde sozialverträglich verlaufen.

Dagegen bleibt Eisenach (Thüringen) offensichtlich von den Streichungen unberührt. Dort schließt eine Vereinbarung ohnehin bis Ende 2002 betriebsbedingte Kündigungen aus, wie der Eisenacher Betriebsratsvorsitzende Harald Lieske sagte. Er gehe davon aus, dass die jetzt mündlich gegebene Zusage, auch danach in der Wartburgstadt keine Stellen abzubauen, eingehalten

wird. Auch auf Kaiserlautern (Rheinland-Pfalz) wird sich das Sanierungsprogramm voraussichtlich nur wenig auswirken. Es werde bis 2004 vermutlich zu keinen Stellenstreichungen kommen, sagte ein Firmensprecher in Kaiserslautern. Das Getriebewerk Fiat Powertrain werde bis Jahresende gar 50 neue Arbeitsplätze schaffen. Allerdings werde zurzeit über eine Umstrukturierung nachgedacht.

Einer der Schwerpunkte des Programms "Olympia" ist die Kürzung der Fertigungskapazität an den europäischen Standorten. Dies soll vor allem in den Werken erfolgen, in denen der Opel Astra gefertigt wird. Um bis zur Einführung des Astra-Nachfolgemodells im Jahr 2004/2005 das Personal zu verringern, könnte in den Werken Bochum und Antwerpen jeweils eine Schicht mit bis zu 600 Mitarbeitern wegfallen. Für den Nachfolger des Modells sollen in den Werken Bochum und Antwerpen nur noch eine statt bisher zwei Fertigungslinien installiert werden. Das Werk Eisenach, in dem Corsa- und seit Oktober 2001 auch wieder Astra-Modelle gefertigt werden, würde sich unter diesem Szenario dann wieder auf die Produktion von Corsa-Fahrzeugen konzentrieren.

An den Standorten Bochum und Antwerpen könnte durch die Reduzierung um eine Schicht und die Halbierung der Fertigungslinie für den Astra die installierte Kapazität um je etwa 100.000 Fahrzeugeinheiten zurückgeführt werden. Damit wären bereits zwei Drittel des angestrebten Kapazitätsabbaus von 300.000 bis 350.000 Fahrzeugeinheiten erreicht. Insgesamt will Opel mit dem Sanierungsprogramm "Olympia" in den kommenden zwei Jahre eine Ergebnisverbesserung von mindestens zwei Milliarden Euro (eine Milliarde Mark) erreichen. Am Ziel, den operativen Verlust im Jahr 2001 unter das Vorjahresniveau von 982 Millionen Euro zu drücken, hält Forster weiter fest.