headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Grüne im internen Streit um Unterbrechung der Luftangriffe

Bomben auf Afghanistan

Die Verteidigungsexpertin der Grünen, Angelika Beer, spricht sich gegen die von Grünen-Chefin Claudia Roth geforderte Unterbrechung der Luftangriffe auf Afghanistan aus. "Wenn man jetzt die Luftangriffe aussetzen würde, wäre die interne Lage in Afghanistan dermaßen destabil, dass nicht einmal internationale Hilfsorganisationen zum Einsatz kommen würden", sagte Beer am Mittwoch im Berliner Sender Radio Eins.

Ihrer Ansicht nach müssen die Kommandostrukturen der Taliban schnellstmöglich auch am Boden zerstört werden. Nur so könne ein Bürgerkrieg zwischen den Taliban, der Nordallianz und anderen Gruppierungen verhindert werden. Außerdem sei dies gerade im Winter die einzige Möglichkeit, den Flüchtlingen zu helfen. Die innerparteiliche Diskussion bei den Grünen über die Luftangriffe nannte Beer "völlig normal und legitim".

Im ZDF-"Morgenmagazin" bestätigte Beer Berichte über eine konkrete Anfrage der USA nach militärischer Unterstützung durch die Bundeswehr. Es gebe eine "Konkretisierung der Forderungen seitens der USA", sagte Beer. Vorstellbar wäre, dass Spürpanzer zum Auffinden von ABC-Waffen eingesetzt werden. Die Bundeswehr sei in der Lage, einen solchen Einsatz zu leisten. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung haben die USA um Unterstützung durch Spürpanzer sowie Sanitätssoldaten gebeten, die Angriffe mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen abwehren können.

Auch der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Cem Özdemir, warnte am Mittwoch im Deutschlandfunk vor einer Stärkung des Terroristenführers Osama Bin Laden durch einen Stopp der Angriffe, wie ihn Grünen-Chefin Claudia Roth gefordert hatte. Er habe zwar "großes Verständnis" für Roths Position, sagte Özdemir. Ein Aussetzen der Angriffe könne aber von den Taliban und Bin Laden als Stärkung der eigenen Position missverstanden werden. "Wenn wir dem afghanischen Volk helfen wollen, muss das verbrecherische Regime der Taliban so schnell wie möglich beendet werden", unterstrich der Grünen-Politiker.

Schleswig-Holsteins Umweltminister und Grünen-Parteiratsmitglied Klaus Müller sagte hingegen in der "Rheinpfalz" vom Mittwoch, die Forderung Roths nach einer Feuerpause "macht Sinn".

Derweil wächst der Druck auf Außenminister Joschka Fischer (Grüne), sich für einen Stopp der Angriffe einzusetzen. "Wir erwarten, dass Fischer jetzt die Grünen-Position gegenüber den USA vertritt", sagte Sachsen-Anhalts Grünen-Chef Thomas Bichler der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann forderte Fischer in dem Blatt auf, Farbe zu bekennen: "Als grüner Außenminister muss Fischer in der Regierung dafür werben, dass unsere Positionen umgesetzt werden."

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!