Globalisierungsgegner diskutieren über Ursachen des Terrorismus

Attac-Kongreß Berlin

Soziale Verelendung und die mangelnde Integration armer Länder sind nach Ansicht des globalisierungskritischen Netzwerks Attac "der Nährboden des Terrorismus". Attac-Mitglied Philipp Hersel forderte am Freitag in Berlin, diese Probleme stärker zu bekämpfen. Die Globalisierungsgegner wollen sich am Wochenende auf einem Kongress in Berlin mit den Zusammenhängen zwischen Globalisierung und internationalem Terrorismus befassen.

Zu dem Attac-Kongress "Eine andere Welt ist möglich" werden nach Angaben der Veranstalter rund 2.500 Teilnehmer erwartet. Auf dem Programm in der Technischen Universität Berlin stehen Podiumsdiskussionen und Workshops. Diskutiert werden sollen Alternativen zur Globalisierung und Attac-Forderungen wie die Einführung einer Devisenumsatzsteuer und eine weitere Entschuldung von Dritte-Welt-Ländern. Zu den Referenten zählen auch Ex-Finanzminister Oskar Lafontaine und der Europa-Abgeordnete der Grünen, Daniel Cohn-Bendit.

Der Vorsitzende der brasilianischen Landlosenbewegung MST im Bundesstaat Sao Paulo, Joao Batista de Oliveira, kritisierte, in Brasilien besäßen ein Prozent der Landbesitzer fast die Hälfte der gesamten Fläche. Der Psychoanalytiker und Friedensaktivist Horst-Eberhard Richter verlangte einen Schulterschluss mit denen, "die als Verlierer der kapitalistischen Welt gelten". Nach Ansicht des Genfer Soziologen Jean Ziegler, der ebenfalls auf dem Kongress sprechen wird, ist eine "Weltordnung entstanden, die den Interessen der meisten Menschen entgegensteht".