Umweltexperten warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz

Klima

Die internationalen Klimaschutzbemühungen dürften nicht durch einzelne Mitgliedsstaaten der UN-Klimaschutzkonvention ausgebremst werden, mahnte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid vor Beginn des Weltklimagipfels in Marrakesch. Laut Timm wollen Japan, Kanada, Australien und Russland erneut über einzelne Punkte des Kyoto-Protokolls zur Reduzierung von Treibhausgasen nachverhandeln.

Die 180 Vertragsstaaten der UN-Klimaschutzkonvention hatten im Juli in Bonn einen Kompromiss erzielt. Russland hatte dabei bis zuletzt um eine stärkere Anrechnung von Wäldern und Agrarflächen als Senken auf sein Klimaschutzkonto gedrungen. Umweltschützer befürchten nun, dass Russland in Marrakesch die endgültige Ratifizierung des 1997 im japanischen Kyoto erzielten Abkommens verhindern könnte.

Der Umweltverband BUND forderte die Bundesregierung auf, erneut eine Vorreiterrolle zu übernehmen und in Marrakesch für eine deutliche Minderung der Treibhausgase einzutreten. Zugleich müsse sie sich verpflichten, keine der in dem Protokoll enthaltenen Schlupflöcher zu nutzen. Auch an dem nationalen Klimaschutzziel von 40 Prozent CO2-Einsparung bis 2020 müsse Deutschland festhalten.