Verbände machen Front gegen irreführende Lebensmittelwerbung

Tierschutz

Verbraucher-, Tier- und Umweltschützer wehren sich gemeinsam gegen irreführende Lebensmittelwerbung. Wegen systematischer Täuschung klagten der Bundesverband der Verbraucherzentralen, der Deutsche Tierschutzbund und die Stiftung Euronatur gegen die Lebensmittelkette REWE und die Landkost-Eierzeugergemeinschaft. Sie werfen den Betrieben vor, durch die Abbildung einer "ländlichen Idylle" auf den Verpackungen die Freilandhaltung von Legehennen vorzutäuschen. Tatsächlich stammten die Eier aber aus Legebatterien.

Laut der BVZV-Vorsitzenden Edda Müller hatten sich die Firmen geweigert, trotz mehreren Nachfragen Angaben über die Herkunft ihrer Eier zu machen. Mit den Klagen sollen der Weg für eine klare Deklaration und Herkunft der Produkte geebnet werden und ein gesetzlich legitimierter Auskunftsanspruch durchgesetzt werden. Die Verbraucher müssten mit "Ehrlichkeit und Transparenz" über die Produkte informiert werden. Statt dessen würden sie irregeführt.

Müller fordert von den zuständigen Ministerien, endlich ein Verbraucherinformationsgesetz vorzulegen und das Wettbewerbsrecht zu reformieren. Mit ihren Klagen könnten die Verbände zwar eine Unterlassung erreichen, nur Gesetze aber ermöglichten Sanktionen. Ferner fordern die Verbände ein erweitertes Kaufrücktrittsrecht sowie die Möglichkeit auf individuelle Entschädigung der Verbraucher.