Neues Lebenszeichen von Shelter Now-Mitarbeitern

Afghanistan-Festnahme

Von den vier in Afghanistan inhaftierten deutschen Mitarbeitern der Hilfsorganisation Shelter Now gibt es neue Lebenszeichen. Es seien durch Boten Briefe überbracht worden, die nun an die Angehörigen weitergeleitet würden, sagte der deutsche Diplomat Helmut Landes. Darüber hinaus bestünden inoffizielle Kontakte zu den Inhaftierten. "Wir nutzen alle Mittel und Möglichkeiten", versicherte der Botschaftsmitarbeiter. Gelegentlich bestehe auch die Möglichkeit, den Inhaftierten Briefe und Päckchen zukommen zu lassen.

Landes betonte aber, dass die Kontakte durch die Angriffe der USA auf Afghanistan nicht einfach seien. Es werde dennoch erwogen, dass auch der pakistanische Anwalt der Gefangenen in Kürze erneut nach Kabul reisen soll. Landes geht davon aus, dass die Helfer nach wie vor in verschiedenen Gebäuden der Taliban in der afghanischen Hauptstadt festgehalten werden. Nach den verfügbaren Informationen gehe es ihnen den Umständen entsprechend gut. Allerdings seien die Haftbedingungen und sanitären Verhältnisse schlecht.

Den vier deutschen, zwei amerikanischen, zwei australischen und 16 afghanischen Shelter Now-Mitarbeitern droht wegen angeblicher christlicher Missionierung die Todesstrafe. Laut Landes findet der Prozess im Moment aber nicht statt, wenngleich er nicht formell ausgesetzt worden sei. Es existiere in Afghanistan zurzeit aber keine Justizstruktur.