Atomkraftgegner beklagen Polizeigewalt

Castortransport

Nach dem Ende des Castortransports in das Zwischenlager Gorleben kritisieren Atomkraftgegner massive Übergriffe der Polizei sowie Demonstrationsverbote. Der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Mathias Edler, sagte am Mittwoch im niedersächsischen Trebel, das Versammlungsrecht sei "mit Füßen getreten" worden. Bezirksregierung und Polizei hätten das Demonstrationsrecht in der Region "faktisch ausgehebelt".

Trotzdem seien bei verschiedenen Kundgebungen jeweils mehr als 2.000 Menschen zusammengekommen. An Blockaden hätten sich teilweise rund 800 Menschen beteiligt. Landwirte hätten die Proteste mit 300 Treckern unterstützt. Trotz des Polizeieinsatzes sei die Ankunft des Zuges mit den Atommüllbehältern um "glatt zehn Stunden verzögert" worden. Die Atomkraftgegner machten deutlich, dass es auch in Zukunft weiter Proteste gegen Castortransporte geben wird.

Nach Angaben der Bürgerinitiative nahm die Polizei insgesamt 750 Menschen in Gewahrsam, von denen bis zum Transportende noch 230 in den Zellen warteten. Die Atomkraftgegner sprachen von zahlreichen Verletzungen bei Demonstranten durch Bisse von Polizeihunden sowie den Einsatz von Schlagstöcken und Pfeffergas.