Beratungen auf dem Petersberg fortgesetzt

Afghanistan-Konferenz

Mit einer weiteren Plenarkonferenz aller 32 Teilnehmer hat die Bonner Afghanistan-Konferenz am Mittwoch ihre Beratungen über eine politische Lösung für das zentralasiatische Land fortgesetzt. Aus Teilnehmerkreisen verlautete, man wolle bis Sonntag zu einem Ergebnis gelangen. Am Dienstag hatten die vier afghanischen Delegationen einem Zeitplan zur Bildung einer Übergangsregierung sowie einer verfassungsgebenden Versammlung zugestimmt. Die Übergangsverwaltung soll die nächsten drei bis sechs Monate arbeiten. Die "Loya Jirga" genannte Nationalversammlung hätte sich demnach im Frühling nächsten Jahres zu konstituieren.

Wie aus Teilnehmerkreisen weiter mitgeteilt wurde, könnte sich das Thema Sicherheit als der eigentliche Problempunkt der Konferenz erweisen. Die mächtige Nordallianz strebt an, möglichst keine fremden Truppen zum Schutz des Übergangsprozesses in Afghanistan zu stationieren. Die vorwiegend paschtunisch besetzten Delegationen schließen sich dagegen dem Vorschlag des UN-Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi an, eine multinationale Schutztruppe mit UN-Mandat unter Führung eines Landes nach Afghanistan zu entsenden. Eine UN-Blauhelmtruppe erscheint unwahrscheinlich, weil dies eine mehrmonatige Vorbereitung erfordern würde.