Umweltminister beraten in Bremen über Sicherheit von Atomkraftwerken

Atomkraftwerke unsicher

Die Umweltminister von Bund und Ländern beraten seit Donnerstag in Bremen über die Sicherheit von Atomkraftwerken und Chemieanlagen. Hintergrund ist die nach dem 11. September entbrannte Debatte über die Gefährdung der Anlagen durch mögliche Terroranschläge. Nach einer vorläufigen Stellungnahme der Reaktorsicherheitskommission (RSK) vom Oktober ist fraglich, ob deutsche Atomkraftwerke einem gezielten terroristischen Angriff mit Großflugzeugen standhalten würden.

Niedersachsen und Schleswig-Holstein wollen sich deshalb nach Angaben des Kieler Umweltministers Klaus Müller (Grüne) dafür einsetzen, dass ältere Anlagen früher als bisher geplant stillgelegt und verbleibende Strommengen auf neuere und risikoärmere Anlagen übertragen werden. Es müssten verbindliche Vereinbarungen getroffen werden, wann welche Anlagen vom Netz gehen.

Nach dem 11. September gelte "die bittere Erkenntnis", dass keine Atomkraftanlage in Deutschland gegen derartige terroristische Anschläge geschützt sei, sagte Müller im Deutschlandfunk. Die Abschaltung älterer Anlagen sei im Rahmen des Atomkonsenses schon sehr schnell möglich.

Weiteres Thema des zweitägigen Treffens ist die Windenergie. Über die Ergebnisse der Konferenz wollen die Umweltminister am Freitag informieren.