Friedensbewegung lehnt deutsche Beteiligung in Afghanistan ab

Bundeswehreinsatz

Der Bundesausschuss Friedensratschlag äußerte sich am Mittwoch entsetzt über die Ankündigung des Bundeskanzlers, 3.900 Bundeswehrsoldaten in den Krieg nach Afghanistan schicken zu wollen. Diese Ankündigung fälle in eine Zeit, da in der ganzen Welt die Kritik am Krieg zunimmt. In eine Zeit, da immer deutlicher wird, dass dieser Krieg nicht die Terroristen trifft, sondern dass unter ihm in erster Linie die Zivilbevölkerung leidet.

Bundeskanzler Schröder will nach Ansicht der Friedensbewegung mit seiner Ankündigung die Flucht nach vorn antreten: Auch hier zu Lande sei die Kritik an dem Krieg in den letzten Tagen immer lauter geworden. Immer mehr Menschen sähen die ursprünglichen Kriegsabsichten, den internationalen Terrorismus zu beseitigen, als verfehlt an und forderten ein Ende der Bombardierungen. Die Bundesregierung mache sich der Mithilfe am Unglück und Leid vieler Zivilisten in Afghanistan schuldig, wenn sie mit eigener militärischer Unterstützung den unsinnigen Krieg weiter anheizt.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag fordert demgegenüber alle Bundestagsabgeordneten auf, sich nicht mitschuldig zu machen und den Antrag der Bundesregierung abzulehnen. Die Friedensbwegung ist bundesweit überein gekommen, am Vorabend einer entsprechenden Entscheidung im Bundestag Proteste, Mahnwachen, Kundgebungen und Demonstrationen im ganzen Land zu veranstalten. Darüber hinaus wird sie am 10. November (Aktionstag der Globalisierungskritiker) und am 17. November (Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan) überall mit Aktionen gegen den Krieg auf die Straße gehen.