Umweltschützer beantragen einstweilige Stilllegung Gorlebens

Atomkraftwerke

Wenige Tage vor dem nächsten Castortransport dringen Atomkraftgegner auf eine einstweilige Stilllegung des Zwischenlagers Gorleben. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und ein Elbefischer hätten einen entsprechenden Antrag gestellt, sagte Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner in Hannover. Zugleich sei von Atomkraftgegnern beim Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter eine Widerrufung der Betreibergenehmigung beantragt worden.

Hintergrund der Klage ist nach Angaben des Ministers, dass mögliche Flugzeugabstürze auf das Lager bei der Genehmigung vor mehr als 15 Jahren als Restrisiko behandelt worden seien. Mit den Terroranschlägen vom 11. September habe sich die Situation nach Ansicht der Umweltschützer jedoch geändert. Das Ministerium prüfe derzeit, ob es rechtlich für den Antrag zuständig sei. Eine Entscheidung werde voraussichtlich am Freitag fallen.

Außerdem stellten Greenpeace und der Anwohner vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig einen Eilantrag gegen die Transportgenehmigung für den Castorzug nach Gorleben. Sie verweisen darauf, dass die Transportbehälter einem Attentat nicht standhalten würden und islamische Aktivisten besonders im Hamburger Raum tätig seien. Hierzu wollte das Gericht noch am Nachmittag eine Entscheidung treffen.