Handwerk fordert Nullrunde bei Lohnerhöhungen

Tarifverhandlungen

Das deutsche Handwerk fordert für die kommenden Tarifverhandlungen eine Nullrunde. "Das Handwerk hat in diesem Jahr ein Minuswachstum und auch im nächsten Jahr kein Wachstum zu erwarten", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt" vom Dienstag. Er fügte hinzu: "Und bei Null-Wachstum kann es bei den kommenden Tarifverhandlungen auch nur eine Null-Runde geben."

Zugleich warnte der Handwerkspräsident, überhöhte Lohnabschlüsse könnten zu Entlassungen führen. "Überhöhte Tarifabschlüsse würden gerade die beschäftigungsintensiven kleinen und mittleren Betriebe über Gebühr belasten, die bereits jetzt unter den steigenden Lohnzusatzkosten leiden", sagte Philipp. Weitere Entlassungen seien dann nicht auszuschließen. Die Tarifpolitik müsse sich an der gesamtwirtschaftlichen Realität und vor allem auch an der Realität am Arbeitsmarkt orientieren. "Wir müssen Tarifverträge so gestalten, dass sie der unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation der Betriebe Rechnung tragen und Gestaltungsraum für betriebliche Vereinbarungen öffnen."

Forderungen von weit über fünf Prozent, wie sie die IG Metall Baden-Württemberg aufgestellt habe, "sind verantwortungslos in einer Zeit von sinkenden Aufträgen und Gewinnen, steigenden Kosten und Betriebsschließungen", stellte der Handwerkspräsident fest. Insgesamt spiele die Tarifpolitik eine entscheidende Rolle bei der Frage, "ob wir aus dem Wachstumsstau herauskommen".