Weltweit sollen 180 Milliarden US-Dollar für Süßwasser investiert werden

Entwicklungshilfe

Für eine bessere Wasserversorgung sollten nach Ansicht von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul jährlich weltweit etwa 180 Milliarden US-Dollar investiert werden. Erst dann könnte zumindest bis zum Jahr 2015 die Zahl derjenigen Menschen halbiert werden, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, sagte die Ministerin zum Abschluss der internationalen Süßwasserkonferenz. Gegenwärtig würden pro Jahr nur 70 bis 80 Milliarden US-Dollar investiert.

In ihrem Abschlussdokument forderten die 1200 Delegierten aus 130 Ländern die Regierungen auf dafür Sorge zu tragen, dass jeder Mensch für seine lebenswichtige Versorgung wenigstens 50 Liter sauberes Süßwasser pro Tag zur Verfügung habe. Nach Angaben der Ministerin haben zur Zeit 1,2 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nahezu 2,5 Milliarden Menschen verfügten über keine hinreichende Abwasserentsorgung. Wieczorek-Zeul sagte, um die Finanzierungslücke bei den Investitionen zu schließen, sei es notwendig, auch die Privatwirtschaft mit einzubeziehen. Es müsse aber sichergestellt werden, dass der Basisbedarf an Wasser für Arme gebührenfrei sei.

Die Ministerin begrüßte die Ankündigung der Privatwirtschaft, einen Verhaltenskodex zu erstellen, der sich gegen Korruption und Bestechung richtet. Denn Wasserinfrastruktur zu errichten, koste viel Geld, und wo es um große Aufträge ginge, könne es Korruption geben.