ver.di und DGB unterstützen Lohnforderungen der IG Metall

Tarifkampf

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützen die Positionen der IG Metall nach kräftigen Lohnerhöhungen in der Tarifrunde 2002. ver.di-Chef Frank Bsirske sagte der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch zur Tarifforderung der Metall-Gewerkschaft in Höhe von fünf bis sieben Prozent, die IG Metall habe das richtige Signal gesetzt. DGB-Chef Dieter Schulte betonte, wer "seriös" nachdenke, dürfte von den angepeilten Lohnforderungen nicht überrascht sein. Dagegen sieht die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in den Tarifforderungen der IG Metall keine Signal-Wirkung für andere Branchen.

"Die Leute sind enttäuscht und wollen wieder mehr Geld sehen", betonte Bsirske. Die Unternehmensgewinne in Deutschland seien laut Bundesbank seit 1980 um 90 Prozent gestiegen, die Realeinkommen der Arbeitnehmer dagegen um 0,7 Prozent gesunken. "Alles unter drei bis vier Prozent wäre wieder Umverteilung zugunsten der Gewinne", betonte der ver.di-Chef. Dieses Argument griff auch Schulte auf. "In den vergangenen zwei Jahren haben die Arbeitgeber Gewinne eingestrichen, ohne ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen. Jetzt sind die Arbeitnehmer dran", unterstrich er.

IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt vertrat in einem NDR-Interview die Ansicht, jede Gewerkschaft müsse für sich entscheiden, welche Einkommenssteigerungen sie in ihrem Bereich für angemessen halte. Das Bündnis für Arbeit könne auch in Zukunft eine Menge bewegen. Allerdings hätten die Unternehmen ihre Zusagen zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie zu Überstunden-Abbau und Teilzeitplätzen bislang noch nicht erfüllt. In den kommenden Verhandlungen müssten auch die Qualifizierungs-Initiative und der Aufbau Ost thematisiert werden.

Unterdessen reißen die Zustimmungserklärungen von Tarifbezirken zu den Empfehlungen der IG Metall nicht ab. Die IG Metall Küste sieht die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Werften dadurch nicht gefährdet. Lohnerhöhungen in dem vorgeschlagenen Rahmen seien für die Beschäftigten der Branche notwendig und zugleich ökonomisch vertretbar, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Frank Teichmüller. Er warf der Arbeitgeberseite "Panikmache" vor. Vielmehr müssten die Tarifpartner gemeinsam von der EU und der Bundesregierung die notwendige Unterstützung für den Industriezweig einfordern. Die Arbeitgebervereinigung Nordmetall befürchtet indes "verheerende Auswirkungen" durch die Gewerkschaftsforderungen für die Schiffbaubranche.