"Ärzte ohne Grenzen" suchen Helfer

Mediziner gesucht

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" benötigt mehr qualifizierte Mitarbeiter. Zwar gebe es zahlreiche Interessierte, viele brächten aber nicht die nötigen Voraussetzungen mit, sagte Vorstandsmitglied Christine Schmitz am Mittwoch. Insgesamt habe aber auch die Bereitschaft zum aktiven Helfen in Projekten nachgelassen. Die Hilfsorganisation feiert am Donnerstag ihr 30-jähriges Bestehen.

Vor allem beim langfristigen Engagement in der Not- und Entwicklungshilfe sinke das Interesse, sagte Schmitz. Der Organisation fehle es deshalb an erfahrenen Mitarbeitern, die neue einweisen können. Die Gründe für die schwindende Bereitschaft seien vielfältig. So wollten viele "zurück ins Privatleben" oder Karriere machen.

Ein wesentlicher Faktor liege außerdem in der angespannten Arbeitssituation im Gesundheitswesen: Die Helfer müssten für einen sechs- bis neunmonatigen Einsatz zur Verfügung stehen, sagte Schmitz. Oft könnten die Interessenten nicht so lange von ihrem Arbeitsplatz fern bleiben, ohne ihn zu verlieren. "Hier wünsche ich mir mehr Bereitschaft von Chefärzten und Klinikverwaltung, die Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum für die humanitäre Hilfe frei zu stellen."

Abgesehen vom richtigen Beruf - außer Ärzten und Krankenpflegepersonal sind vor allem Logistiker und Finanzexperten zur Organisation und Buchhaltung gefragt - müssen Bewerber nach Angaben von Schmitz mindestens eine Fremdsprache fließend sprechen. Zudem sollten sie schon einmal in einem Entwicklungsland gewesen sein und "mit beiden Beinen im Leben stehen".