Festnahmen von Journalisten weltweit stark angestiegen

"Reporter ohne Grenzen"

Eine deutliche Steigerung bei Bedrohung und Festnahme von Journalisten hat die Organisation "Reporter ohne Grenzen" im Jahr 2001 verzeichnet. Laut der veröffentlichten Bilanz wurden im vergangenen Jahr mindestens 489 Journalisten wegen ihrer Arbeit festgenommen, verhört oder zeitweilig inhaftiert. Im Jahr davor waren dies noch 329. Auch Bedrohungen, Übergriffe und Entführungen haben 510 auf 716 stark zugenommen. Getötet wurden nach den Recherechen mindestens 31 Journalisten.

Zu den gefährlichsten Einsatzgebieten für Reporter gehört seit Beginn der amerikanischen Vergeltungsschläge Afghanistan. Allein im November 2001 verloren in dem Land acht Journalisten ihr Leben. Inhaftiert sind laut "Reporter ohne Grenzen" zurzeit weltweit 110 Journalisten, zum Zeitpunkt der Vorjahresbilanz waren dies 68. Mehr als die Hälfte der derzeit inhaftierten Journalisten wird dabei von fünf Ländern festgehalten: Birma (18), Iran (18), China (12), Eritrea (8) und Nepal (7).

Insgesamt 378 Mal wurden Medien im vergangenen Jahr mit Erscheinungsverbot belegt. Den Negativrekord hält hier die Türkei, in der staatliche Aufsichtsbehörden und Gerichte mehr als 100 Radio- und Fernsehsender einstellten. Laut "Reporter ohne Grenzen" lebt ein Drittel der Weltbevölkerung in Ländern ohne Pressefreiheit.