Bürger in Uniform als Auslaufmodell

Wehrpflicht

Die Zukunft der Bundeswehr bleibt in der Koalition strittig. Während die SPD den Gedanken einer Wehrpflichtarmee nach wie vor ablehnt, erwartet Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch in der kommenden Legislaturperiode einen Umstieg zur Berufsarmee. Bis 2006 werde mit hoher Wahrscheinlichkeit die nicht mehr zeitgemäße Form der Wehrpflichtarmee überwunden sein, sagte Schlauch der "Leipziger Volkszeitung".

Diese Vorstellung wies SPD-Fraktionschef Peter Struck umgehend zurück. Vor der Klausursitzung des SPD-Fraktionsvorstandes in Berlin sagte er, man sollte es bei der Wehrpflichtarmee belassen. Damit würde die Gefahr einer Abkapselung der Armee verhindert. Schließlich kämen über die Wehrpflichtigen immer wieder aktuelle Debatten der Gesellschaft in die Bundeswehr hinein.

Die im vergangenen Jahr gestartete Bundeswehrreform sieht vor, an der Wehrpflicht festzuhalten, aber die Sollstärke der Armee schrittweise um rund ein Viertel auf knapp 280.000 Mann zu senken. Davon sollen künftig 150.000 Mann als Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.